Mailalias ist aus einem ganz praktischen Problem entstanden: Im Internet wird heute fast überall eine
E-Mail-Adresse verlangt. Für wichtige Dienste ist das nachvollziehbar. Bei einmaligen Registrierungen,
Downloads, Foren, Newslettern oder Plattformen, die man nur kurz benötigt, fühlt es sich jedoch schnell
falsch an, die eigene Hauptadresse dauerhaft zu verteilen.
Genau hier setzt dieses Projekt an. Es geht nicht darum, E-Mail anonym zu missbrauchen. Es geht darum,
Ordnung, Trennung und Kontrolle zurückzugewinnen.
Motivation
Eine Adresse für alles ist bequem — aber selten sinnvoll.
Wer seine echte E-Mail-Adresse überall verwendet, verliert mit der Zeit den Überblick. Newsletter,
Erinnerungen, Werbemails, fragwürdige Link-Aufforderungen und Spam landen irgendwann im selben
Postfach wie wichtige private oder geschäftliche Nachrichten.
Besonders ärgerlich ist dabei der Kontrollverlust. Man weiß oft nicht mehr, welcher Dienst die
Adresse erhalten hat, wo sie gespeichert wurde oder ob sie irgendwann weitergegeben wurde. Sobald
die Hauptadresse im Umlauf ist, bekommt man sie praktisch kaum wieder sauber.
Die Grundidee ist einfach:
Jeder Dienst bekommt seine eigene Adresse. Wird genau diese Adresse später auffällig, ist sofort
erkennbar, woher die Nutzung wahrscheinlich stammt.
Der Unterschied
Nicht nur Alias — sondern getrennte Alias-Welt.
Klassische Mailanbieter bieten oft ebenfalls Alias-Adressen an. Häufig sind diese aber nur ein
Zusatz zu einem normalen Postfach. Der Alias zeigt dann trotzdem direkt in das eigentliche Hauptpostfach.
Dadurch bleiben private Kommunikation, Registrierungen, Newsletter und temporäre Dienste am Ende wieder
vermischt.
Klassisch
Alias-Adresse → Hauptpostfach oder privates Postfach
Mailalias
Alias-Adresse → separate Sammelbox für Dienste und Registrierungen
Mailalias wurde deshalb nicht als kleines Zusatzfeature zu einem bestehenden Postfach gedacht,
sondern als eigenes Konzept: Die private Hauptadresse bleibt privat. Die Alias-Welt läuft getrennt
davon in einer eigenen Sammelbox.
Funktion
Für jeden Dienst eine eigene digitale Identität.
Für jeden Shop, jedes Forum, jeden Newsletter, jeden Download oder jede Plattform kann eine eigene
Alias-Adresse erstellt werden. Diese Adressen lassen sich einzeln verwalten, deaktivieren oder löschen,
ohne dass andere Dienste oder die private Kommunikation betroffen sind.
- Mehr Übersicht: Jede Adresse hat ihren eigenen Zweck.
- Mehr Kontrolle: Auffällige Aliasse können gezielt abgeschaltet werden.
- Mehr Trennung: Die private Hauptadresse muss nicht überall angegeben werden.
- Mehr Nachvollziehbarkeit: Unerwünschte E-Mails lassen sich besser zuordnen.
Domains
Öffentliche Serverdomains oder eigene Domain.
Der Dienst kann mit bereitgestellten Serverdomains genutzt werden. Dadurch ist kein eigener Domainkauf
notwendig und Aliasse können direkt angelegt werden. Für öffentliche Domains gelten bewusst strengere
Regeln, damit missbräuchliche oder problematische Adressen vermieden werden.
Noch flexibler wird das System mit einer eigenen Domain. Wer eine eigene Domain besitzt, kann den
Mailverkehr auf Mailalias leiten und die Domain technisch verifizieren. Danach lassen sich Aliasse
deutlich freier gestalten, ohne dass nach außen sichtbar sein muss, welches System dahinter arbeitet.
Alias-Erzeugung
Zufällig, lesbar oder frei gewählt.
Aliasse können je nach Domain und Regelwerk unterschiedlich aufgebaut sein. Neben frei gewählten
Adressen unterstützt das System auch automatisch erzeugte Zufallsadressen und lesbare Wortkombinationen.
Das ist praktisch, wenn Adressen eindeutig, schwer zu erraten und trotzdem merkbar sein sollen.
silent-river
blue-shadow
northlight-wave
Nutzung
Offen für Webmail, Thunderbird, iOS Mail und andere Clients.
Der Dienst ist bewusst nicht als geschlossene Plattform aufgebaut. Für den Zugriff im Browser steht
Roundcube als Webmail zur Verfügung. Gleichzeitig können die Postfächer über klassische Mailprogramme
und mobile Geräte genutzt werden.
- Roundcube im Browser
- Mozilla Thunderbird
- Apple Mail auf iPhone, iPad und macOS
- Microsoft Outlook und andere Desktop-Clients
- Android-Mailprogramme und Linux-Mailclients
Dadurch bleibt die Nutzung flexibel: entweder direkt im Browser oder eingebunden in die bereits
vorhandene Mailumgebung.
Datenschutz
So wenig wie nötig, so getrennt wie möglich.
Die Registrierung ist bewusst minimal gehalten. Verifizierungsdaten werden nur für den notwendigen
Zweck genutzt und können technisch reduziert oder gehasht gespeichert werden. Das Ziel ist nicht,
möglichst viele Daten zu sammeln, sondern den Dienst mit möglichst wenig unnötiger Datenspeicherung
betreiben zu können.
Zusätzlich hilft die Alias-Struktur auch im Alltag beim Datenschutz: Wenn für jeden Dienst eine eigene
Adresse genutzt wird, werden Datenweitergaben und unerwünschte Nutzung schneller sichtbar.
Kontrolle
Kontrolle statt Kontrollverlust.
Das Ziel des Projekts war nie, anonyme Wegwerf-Mails zu bauen. Das Ziel war ein System, das konsequent
auf Kontrolle ausgelegt ist: Welche Adresse wurde wo verwendet? Welche Adresse bleibt aktiv? Welche
Adresse kann weg?
Anstatt die eigene Hauptadresse im gesamten Internet zu verteilen, bekommt jeder Dienst seine eigene
Identität. So entsteht eine klare Trennung zwischen privater Kommunikation und öffentlicher
Internetnutzung.